Lesepaten

Lesen wird als Voraussetzung für Bildung und eine erfolgreiche Teilhabe am Berufsleben angesehen. Durch das Vorlesen wird aber auch die Geduld, Ausdauer und Konzentration unterstützt. Diese Fähigkeiten erleichtern das Lesen lernen und erhöhen damit die Chancen auf eine erfolgreiche Schulzeit.

Vorlesen ermöglicht vielfältige Spracherfahrungen (Wortschatz, Satzkonstruktionen, Sprachbewusstheit, Aufbau einer Geschichte), es schafft zahlreiche Möglichkeiten sich mit der Welt auseinanderzusetzen und weckt Lust auf Bücher. Durch die Arbeit der Lesepaten erhoffen wir uns, dass insbesondere Kinder mit sprachlichen Defiziten oder Textverständnisproblemen schulische Erfolgserlebnisse haben können.


Die Lesepaten unterstützen wöchentlich Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund, die einen nachweislichen Förderbedarf hinsichtlich des Hör- und Leseverstehen aufweisen. Diese Zusammenarbeit erfolgt in Kleingruppen mit maximal sechs Lernenden und zwei Lesepaten, die sich gegenseitig Geschichten, Berichte oder Artikel vorlesen. Das Vorlesen soll fern von jedem schulischen Druck stattfinden, es soll aber auch nicht als Nachhilfeunterricht verstanden werden. Vielmehr soll es Spaß machen und die Phantasie der Kinder anregen.

Das klassische Vorlesen besteht aus Kurzgeschichten oder aus einer Ganzschrift, die nach und nach vorgelesen wird. Die Rahmenbedingung der Kleingruppe ermöglicht es, dass die Lesepaten auf die Eindrücke bzw. Verständnisprobleme der Lernenden unmittelbar eingehen können. Im Zuge der Anschlusskommunikation wird das Textverständnis der Schülerinnen und Schüler gefördert, indem sie über das Gehörte sprechen, den Lauf der Geschichte reflektieren, ihre eigenen Gedanken zum Text formulieren oder den Inhalt auf eigene Erfahrungen zu beziehen. Als weiterer Bestandteil der Leseförderung bietet sich zudem das Lesen von Tageszeitungen an. Die Lernenden erleben in diesem Zusammenhang den spielenden Umgang mit Zeitungen und erlernen diverse Techniken des Umgangs mit einer Zeitung.


90 Minuten wöchentlich, ganzjährig parallel zum „Deutsch als Zweitsprache"- Unterricht. Zielgruppen sind Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund aus den Jahrgangsstufen fünf, sechs und mittlerweile auch sieben. Sowohl Schülerinnen und Schüler als auch die Lesepaten bewerteten die Zusammenarbeit als erfolgreich. Positiv hervorgehoben wurde die Rahmenbedingung der Kleingruppen, da es den Lesepaten dadurch möglich war, sich den Lernenden und ihrem Textverständnis direkt zu widmen. Zudem konnte auf Seiten der beteiligten Schülerinnen und Schüler eine gesteigerte Lust zu lesen festgestellt werden, die sich auch auf den regulären Unterricht positiv auswirkte.

Unsere Lesepaten erhielten auch schon den dm Preis 'Helferherzen'.