No Blame Approach

Ziel: Intervention von Mobbing innerhalb der Klassen, zur Verbesserung des Klassenklimas und des Wohlbefinden jedes einzelnen Schülers/ jeder einzelnen Schülerin, Schulung der Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer

Projektbeschreibung: Der No Blame Approach ( Ansatz ohne Schuldzuweisung ) ist eine in Deutschland noch nahezu unbekannte Methode, Mobbing in der Schule zu begegnen. Er wurde vor über zehn Jahren in England von Barbara Maines und George Robinson entwickelt.
Die Methode fand zunächst hauptsächlich in England Verbreitung und wurde dann in der Schweiz aufgegriffen und dort erfolgreich eingesetzt.

An unserer Schule führen die Sozialpädagoginnen den No Blame Approach durch. Zu Beginn eines jeden Schuljahres werden die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer zu den Themen Klassenklima, Mobbing, Cybermobbing und Präventionsmöglichkeiten fortgebildet. Die genaue Vorgehensweise des No Blame Approaches wird erläutert und besprochen.

Beim No Blame Approach werden den Täterinnen und Tätern keine Warum- Fragen gestellt. Die Vorfälle und Ursachen werden nicht untersucht, auch Rechtfertigungen für ihre Taten werden nicht verlangt. Der No Blame- Ansatz zielt ausnahmslos darauf, Lösungen für das gemobbte Kind zu finden.

Dazu braucht es die Hilfe der Kinder: Was können sie tun, damit es dem gemobbten Kind besser geht? Das Opfer muss sich wohl und sicher im Unterricht, auf dem Schulhof und dem Schulweg fühlen können. Vorrangig ist das Opfer zu schützen und so zu handeln, dass sich die Wahrscheinlichkeit einer Wiederholung des Mobbing reduziert.

1. Gespräch mit dem Opfer

Wenn die Sozialpädagogin herausfindet, dass ein Kind gemobbt wird, holt sie evtl. das Einverständnis der Eltern ein und spricht mit dem Kind über seine Gefühle. Sie befragt es nicht zu den Vorfällen, aber sie muss herausfinden, wer mitgemacht hat.

2. Treffen mit Unterstützergruppe organisieren

Die Sozialpädagogin lädt Schülerinnen und Schüler zu einem Treffen ein. Einbezogen werden dabei die Täterinnen und Täter, aber auch Mitläuferinnen und Mitläufer sowie Kinder, die bisher nichts mit den Mobbing-Handlungen zu tun hatten, aber eine konstruktive Rolle bei der Lösung der problematischen Situation spielen können. Zusammen bilden diese Kinder eine Unterstützungsgruppe.

3. Problem klären

Die Sozialpädagogin erzählt den Schülerinnen und Schülern, wie sich das gemobbte Kind fühlt. Sie bespricht mit den Kindern nie Details der Vorgänge und macht keine Schuldzuweisungen an die Gruppe.

4. Keine Schuldzuweisung

Die Sozialpädagogin weist keine Schuld zu, bringt aber ihre Überzeugung zum Ausdruck, dass sie weiß, dass die Gruppe Verantwortung für ihr Handeln trägt und etwas ändern kann.

5. Gruppe nach ihren Ideen fragen

Jedes Mitglied der Gruppe wird aufgefordert, Vorschläge zu machen. Das Ziel ist, dass sich das Opfer besser fühlt. Die Sozialpädagogin verstärkt die Antworten positiv, insistiert aber nicht und versucht auch nicht, den Kindern ein Versprechen für ein besseres Verhalten abzuringen.

6. Verantwortung der Gruppe übergeben

Die Sozialpädagogin schließt das Treffen ab, indem sie die Verantwortung für die Problemlösung der Gruppe übergibt. Sie vereinbart mit den Kindern ein nächstes Treffen, um den weiteren Verlauf zu verfolgen.

7. Nachgespräch einzeln mit allen Beteiligten

Ungefähr eine Woche später bespricht die Sozialpädagogin mit jedem Kind bzw. Jugendlichen einzeln - einschließlich dem Opfer – in Einzelgesprächen, wie sich die Dinge entwickelt haben.

In regelmäßigen Gesprächen begleitet die Sozialpädagogin den Prozess so lange, bis sich die Mobbingsituation aufgelöst hat.