Streitschlichtung

Seit vielen Jahren werden an der Gesamtschule die Schülerinnen und Schüler erfolgreich zu Streitschlichterinnen und Streitschlichtern ausgebildet und damit befähigt, Konflikte zwischen Schülerinnen und Schülern zu schlichten, ohne dass Lehrerinnen oder Lehrer hinzugezogen werden müssen.

Ein Modell, das uns wichtig ist, weil es die Streitkultur an unserer Schule in vielerlei Hinsicht fördert und Jugendlichen vermittelt, dass es Streit gibt, ja geben muss, dass man ihn aber auch ernst nimmt, ihn ausspricht und zu lösen versucht. Das geschieht, indem man die Streitparteien in die Selbstverantwortung nimmt. Die Schlichter helfen bei der Lösung, sie beziehen die Kinder, die einen Konflikt haben, in einen Prozess mit ein. Dabei lernen nicht nur die Kinder, die die Befähigung zur Schlichtung haben und den Mediationsprozess leiten, sondern auch die, die die Schlichtung in Anspruch nehmen. Ja, sogar bei den Schülerinnen und Schülern, die nur von einer Streitschlichtung als Instanz in ihrer Schule hören, kann ein Lernprozess einsetzen. Denn nimmt man den Streit von Jugendlichen ernst, damit ihre Sorgen und Nöte, vermittelt man ihnen damit auch eine Form der Wertschätzung. Eine wichtige Komponente bei der Verbesserung des sozialen Klimas an einer Schule.

Insgesamt stellt das Streitschlichtermodell einen wichtigen Baustein innerhalb der Gewaltprävention an unserer Schule dar.

Ausbildung

Die Ausbildung dauert ein ganzes Schuljahr und findet regelmäßig mittwochs von 14:15 bis 15:45 Uhr in der geschlossenen Freizeit statt. Das heißt, dass sie in der unterrichtsfreien Zeit stattfindet und die Jugendlichen einen Teil ihrer Freizeit für diese Ausbildung „opfern". Das gilt auch für die Schuljahre nach der Ausbildung, denn die Schlichtungen finden vorwiegend während der Freizeit statt. Nur in dringenden Fällen darf in Absprache mit den Fachlehrerinnen und Fachlehrern während des Unterrichts geschlichtet werden. Die Schülerinnen und Schüler lernen in der Ausbildung und bei der Umsetzung der Mediation wichtige soziale Kompetenzen, die für sie während der Schulzeit und natürlich auch im späteren Leben wichtig sein können. So erhalten die Schülerinnen und Schüler nach erfolgreichem Abschluss als StreitschlichterIn auch ein Zertifikat, das die sogenannten Schlüsselqualifikationen ausweist. Darüber hinaus erhalten sie auf ihrem Zeugnis einen Vermerk, der bei Einstellungen und der Auswahl von Auszubildenden in Betrieben und Firmen sicher einen positiven Eindruck hinterlassen wird; denn soziale und kommunikative Kompetenzen spielen eine immer größere Rolle in der Arbeitswelt.

Kontakt und Anmeldung

In jeder ersten Pause sitzt das diensthabende Streitschlichterpaar im Foyer, um mit Schülerinnen und Schülern, die einen Schlichtungstermin wünschen, in Kontakt zu treten.
Die Kinder können aber auch über die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer jederzeit Kontakt zu den Streitschlichtern aufnehmen oder Terminwünsche äußern.

Streitschlichterraum

Seit dem Schuljahr 2008/2009 verfügen die Streitschlichterinnen und Streitschlichter über einen eigenen Streitschlichterraum, in dem die Schlichtungen stattfinden können. Damit ist eine ruhige und ungestörte Atmosphäre gewährleistet, die bei einer Schlichtung - die zwischen 20 und 40 Minuten dauern kann - von besonderer Bedeutung ist. Material, das für die Schlichtung benötigt wird, kann nun dort verbleiben und muss nicht mehr in anderen Räumen deponiert werden. Schlichtungsunterlagen können in einem Aktenschrank verschlossen werden.

Betreuung

Die aktiven Streitschlichterinnen und Streitschlichter werden das ganze Jahr über von Frau Storz betreut und beraten. Sie übernimmt zudem die Organisation der Streitschlichtertermine, die in unserem differenzierten System teilweise recht kompliziert sein kann.
Parallel dazu bildet sie die neuen Streitschlichterinnen und Streitschlichter des 8. Jahrgangs aus.

Aufgabenbereich der aktiven Schlichterinnen und Schlichter

Die Hauptaufgabe der bereits aktiven Schlichterinnen und Schlichter (Jahrgang 8 und Jahrgang 10) ist natürlich das Schlichten von Streit, der in allen Jahrgängen vorkommt, wobei die Jahrgänge 5, 6 und 7 die Konflikthilfe besonders häufig in Anspruch nehmen.
Zu Beginn eines jeden Schuljahres stellen sich die Schülerinnen und Schüler dem neuen 5. Jahrgang vor, informieren über den Ablauf einer Schlichtung und klären die Kontaktaufnahme.
Es finden auch nach der Ausbildung regelmäßige Treffen statt, in denen die Streitschlichter/innen besonders schwierige Situationen ansprechen und sich Rat und Hilfe holen können. Darüber hinaus werden immer wieder Übungen durchgeführt, die die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler sichern bzw. erweitern. Auch übernehmen die SchülerInnen zunehmend Aufgaben der Organisation (Gestaltung ihres Flyers, Info-Brett, Streitschlichterraum, Fotowand, Verwaltung von Unterlagen o. Ä.).

Einige Schülerinnen und Schüler, die in die Sekundarstufe II eintreten, nehmen ihre Aufgaben bis zum Abitur wahr.